Ein Sommertag wie im
Bilderbuch. Strahlender Sonnenschein, 32°C im
Schatten; die Eiswürfel im Wasserkrug schmelzen leise
knackend. Wie viele Würfel kühlen wirklich? Laut
traditioneller chinesischer Medizin gar nicht so
viele: Da gibt es viel bessere Tricks gegen die
Überhitzung.
Unsere
Lebensmittel unterscheiden sich nicht nur im
Geschmack, sondern auch in ihrer thermischen Wirkung:
heiß, warm, neutral, erfrischend oder kalt. Ein heißer
Früchtetee wärmt, Mineralwasser kühlt, den Unterschied
kennt jede/r aus der Schihütte.
„Lebensmittel, die im Heißen wachsen, wirken kühlend,
weil sie sich selbst vor Hitze schützen müssen und
solche, die im Winter reif sind, wärmen eher“ erklärt
Dr. Andrea Dungl-Zauner, Ärztin und Leiterin des
Zentrums für chinesische Medizin und
Komplementärmedizin in Krems. „Das heißt, saisonale
Ernährung ist eigentlich ganz günstig, vor allem wenn
die Früchte wirklich unter der Sonne gereift sind und
nicht im Glashaus“. Eine grobe Richtlinie besagt, dass
Gemüse, welches schnell wächst und viel Wasser
enthält, eher kühlend wirkt. Das, was für den Winter
wächst und viel Wärme speichern muss, gibt diese Wärme
auch wieder an den Menschen ab.
Es heißt
aber nicht, dass man im Sommer nur „kühlende“ und
„kalte“ Produkte essen soll – Ausgewogenheit ist immer
wichtig. Zu viele Eiswürfel sind ebenfalls
kontraproduktiv: Das würde das „Verdauungsfeuer“ im
Körper löschen, den Energiefluss zu sehr verlangsamen,
macht anfällig für Erkältungen und belastet dem
Magen-Darmtrakt. „Sommerlicher Durchfall ist oft gar
nicht auf Krankheitsbakterien zurückzuführen, sondern
nur auf dieses Ungleichgewicht in der Ernährung“,
erzählt Dungl-Zauner.
„Kalte“ Früchtchen und kühlende Bissen
Zurück zur Tafelrunde im Hochsommer. Kein Lufthauch
mildert die drückende Hitze. Was soll nun aufgetischt
werden? Orangen, Zitronen, Ananas und Co gelten als
die „klassischen Kühler“. Doch auch vieles, was bei
uns gerade reif ist, hilft gegen Überhitzung.
Das, was
in der Sonne gereift ist, hat nicht nur mehr
Inhaltsstoffe, sondern auch eine ausgeprägtere
thermische Wirkung. Biologisch, regional, saisonal
zahlt sich also auch nach chinesischer Ernährungslehre
aus.
Coole
Drinks
Buttermilch mit Soda, gespritzter Apfelsaft – herrlich
erfrischend! Kühlend und ausgleichend wirken auch
bestimmte Kräutertees: Salbeitee, Pfefferminz- oder
Melissentee auskühlen lassen, mit einer Scheibe
Zitrone verfeinern – schmeckt und kühlt.
Leichter
Weißwein wirkt übrigens „kühlender“ als ein Glas
Rotwein und entfacht das Verdauungsfeuer trotzdem – so
kann ein Abend mit einem schwachen „Sommerspritzer“
genüsslich ausklingen.
aus:
www.lebensart.at
Magazin für eine nachhaltige Lebenskultur